Nahost Seminar

In den Konflikt hineingeboren – Jugend in Israel und Palästina
Ein Seminar der GRÜNEN JUGEND Mainz in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz

Wann: 18. Oktober, 18:00 Uhr
Wo: DGB-Haus (Kaiserstraße 26-30); Sitzungsraum im Erdgeschoss
Referent: Alex G. Elsohn (Europadirektor von Givat Haviva)

Seit Theodor Herzl Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf den aufkeimenden Antisemitismus in Europa das damals osmanisch regierte Palästina als neue jüdische Heimstatt ausgerufen hat, schwelt der Konflikt um das schmale Stückchen Land am Mittelmeer. Über Generationen ist der Kampf zwischen Juden und Moslems in Nahost mittlerweile schon eine traurige, regionale Tradition geworden. Trotzdem sind die internationalen Berichterstatter immer wieder erschrocken, wenn gerade die Jugend in der Region für die militanten Hardliner stimmt. Diejenigen, die in den Konflikt hineingeboren wurden, scheinen heute am wenigsten an eine friedliche Aussöhnung in der unfreiwilligen Nachbarschaft zu glauben. Wer die israelische Gesellschaft jedoch etwas genauer ansieht, den dürfte das eigentlich nicht überraschen. Israelische Juden und israelische Palästinenser leben zwar in denselben Städten, ihre Kinder besuchen jedoch getrennte Schulen, haben getrennte Sportvereine und verbringen ihre gesamte Jugend unter sich.

Die Grüne Jugend Mainz wird in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz der Frage auf den Grund gehen, wie es zu den israelischen Parallelgesellschaften kam und welche Auswirkungen sie auf die aktuelle Debatte um eine Anerkennung Palästinas durch die UN haben. Dazu konnten wir Alex G. Elsohn, den Europadirektor von Givat Haviva, einladen. Die israelische Organisation Givat Haviva setzt sich seit 1949 für eine jüdisch-arabische Verständigung ein und unterhält unter anderem ein Begegnungszentrum zwischen Tel Aviv und Haifa.
Die Veranstaltung findet um 18 Uhr im DGB-Haus statt und ist kostenfrei.

Waldspaziergang 13.09.

Förster Stefan Dorschel
Am vergangenen Dienstag, den 13. September, kamen wir, die Grüne Jugend Mainz im Lenneberger Wald zusammen, um einen Waldspaziergang zu machen.
Geführt wurden wir vom Förster Stefan Dorschel, der uns anhand von Karten zunächst die Entwicklung und die Zusammensetzung des Lennebergers Wald zeigte. Dabei erfuhren wir, dass sich der Lenneberger Wald besonders dadurch auszeichnet, dass er kein einheitlicher Wald ist, sondern ein Mosaik vielfältiger Lebensräume. Auch gehört das Gebiet um Mainz zu den trockensten und wärmsten Regionen Mitteleuropas, weshalb in diesem Wald viele Tiere und Pflanzen leben, die in Deutschland sehr selten sind und die es zu schützen gilt.
Während unseres Spaziergangs durch den Wald, bekamen wir die verschiedenen Waldabschnitte zu sehen, in denen sehr unterschiedliche Pflanzen wachsen und die auch unterschiedlich gepflegt werden müssen. So gibt es neben einige sehr lichten Waldstücken auch solche, die an einen Dschungel erinnern.
Herr Dorschel erklärte uns auch, welche Probleme es derzeit gibt. So gibt es neben natürlichen Ursachen für die Beschädigung des Waldes, wie Witterung, Krankheitserreger und Schmarotzer, zur Zeit insbesondere die Mistel, auch Ursachen, die durch den Mensch ausgelöst werden. So dient der Wald vielen MainzerInnen als beliebtes Naherholungsgebiet, was auch Auswirkungen auf den empfindlichen Lebensraum hat. Deshalb wurde der Lenneberger Wald als Naturschutzgebiet ausgewiesen und nur bestimmte Teile des Waldes mit Pfaden versehen, um so die Nutzung der BesucherInnen in weniger gefährdete Waldteile lenken zu können. Eine noch viel größere Bedrohung jedoch stellt die dicht heranrückende Bebauung dar, sowie die vielbefahrenen Verkehrsachsen, die nun erneut ausgebaut werden sollen. Das hat zur Folge, dass zunehmend typische Pflanzen und Tiere verschwinden und sich parallel dazu unerwünschte Gräser und Gestrüppe ausbreiten und so die heimischen Populationen noch weiter verdrängen.
Das Ziel der Forstwirtschaft besteht deshalb in erster Linie darin, den Wald, besonders die Kiefernbestände, stabil und gesund zu halten. Dies geschieht indem unerwünschte Gehölze entfernt werden, und Pflegemaßnahmen wie Belichtung oder Beweidung durchgeführt werden.
Unser Ausflug in den Lenneberger Wald hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig er für viele MainzerInnen ist und dass wir uns dafür einsetzen sollten ihn zu schützen.

Sommer – Sonne – Sommercamp 2011!

Mit netten Menschen in der Sonne abhängen und nebenbei an der Rettung des Planeten feilen. Wäre das was für dich?

Wann? Vom 29. Juli bis 1. August

Wo? Campingplatz Pulvermaar bei Gillenfeld in der Eifel

Anreise: mit Bahn und Bus bis Gillenfeld Feuerwehrhaus, ab da könnt ihr abgeholt werden oder auch laufen

Kosten: 30 Euro Teilnahmebeitrag (15 Euro ermäßigt, 50 Euro Solibeitrag); die Fahrtkosten werden wie immer zum BahnCard50-Tarif erstattet

Das Überthema dieses Jahr: ENERGIE!

Welche erneuerbaren Energien haben wir und was taugen sie? Wie müssen die Netze der Zukunft aussehen? Und wie können wir mit unserem eigenen Stromverbrauch zu einer Verbesserung der Verhältnisse beitragen?

25 Jahre nach der schrecklichen Reaktorkatastrophe von Tschernobyl setzt sich die Erkenntnis langsam auch in den finstersten Hinterzimmern durch, dass wir Energieerzeugung und -verbrauch zukünftig ganz anders angehen müssen. Mittlerweile ist ja selbst das Laufzeitverlängerungs-Duo Schwarz-Gelb so mehr oder weniger für einen Atomausstieg. Doch was kommt dann? Lebensmittel im Tank, verpresstes CO2 in der Erde und Kohlenstaub in der Luft? Das kann es ja wohl nicht sein! Wir wollen gemeinsam mit euch und eingeladenen ExpertInnen über die Energiewirtschaft der Zukunft debattieren. Dazu haben wir ein buntes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Vorwissen benötigt ihr keins, wenn ihr welches habt, um so besser, danach sind wir dann sowieso alle ExpertInnen.

Sommercamp 2008Außerdem möchten wir in diesem Jahr das Sommercamp auch dazu nutzen, die offene Debatte über die zukünftige Struktur der Grünen Jugend Rheinland-Pfalz anzustoßen. Welche Ämter brauchen wir eigentlich und wofür sollten wir unser Geld überhaupt ausgeben? Wir freuen uns auf eure Anregungen und Ideen.

Natürlich soll es aber nicht nur um graue Theorie und große Politik gehen. Mithilfe eines Solarkochers werden wir die Kraft der Sonne selbst nutzen und auf einem Poetry-Slam Workshop wollen wir gemeinsam an Ausdruck und Auftreten arbeiten. Wenn ihr selbst schon Texte geschrieben habt, bringt sie doch einfach mal mit.

Von Freitag, 29. Juli bis Montag 1. August wollen wir also gemeinsam Zelten, Dazulernen, Diskutieren und vor allem ganz viel Spaß haben. Wie im Vorjahr haben wir uns dazu den schönen Campingplatz Pulvermaar bei Gillenfeld in der Eifel ausgewählt. Wer sich den Kopf heiß debattiert hat, kann ihn dort schnellstmöglich in einem der tiefsten natürlichen Badeseen Deutschlands kühlen.

GJ auf dem Open Ohr

Wie in jedem Jahr ist die GRÜNE JUGEND auch diesmal wieder mit einem Stand auf dem Open Ohr vertreten. Ihr findet uns auf der Hauptwiese.

Treffen von allen Mitgliedern der GJ RLP (sowie Interessierten) am Sonntag um 12 Uhr vor dem Stand!!!

Anreise:
mit dem Zug: bis Mainz Bahnhof Römisches Theater, dann am Gleis 4 am Röm. Theater vorbei die Treppe bis ganz nach oben nutzen, am Ende der Treppe rechts, bei der Kreuzung rechts rein in den Zitadellenweg.

mit dem Bus: Nehmt die Linien 64 oder 65 bis zur Haltestelle „Zitadellenweg/ Bahnhof Römisches Theater“ (aus der Innenstadt kommend die Busse Richtung Weisenau), lauftt ein paar Meter in Fahrtrichtung eures Busses und geht rechts rein in den Zitadellenweg.


Die Grafik stammt von http://www.openohr.de

Den Wald schützen – In Mainz und überall

Die Grüne Jugend Mainz setzt sich konsequent für einen Erhalt der Mainzer Stadtwälder und anderen Wäldern in der Region, ein. Der Wald ist Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere und stellt einen wichtigen Teil der Biosphäre dar, indem er den Gasaustausch nachhaltig gewährleistet. Darüber hinaus ist er Naherholungsgebiet und Rückzugsort vieler MainzerInnen. Daher lehnt sie Straßenbauprojekte, wie beispielsweise den Ausbau der 6-spurigen A643, ab. Desweiteren nimmt sich der Kreisverband Mainz vor, regelmäßig Aktionen im Wald zu unternehmen und diese auch öffentlich zu bewerben.

Begründung: Der Wald ist seit jeher wichtig für unser Leben und das anderer Lebewesen. Schon immer nutzten die Menschen ihn als Rückzugsort vor der Hektik des Alltages und dem Grau der Großstädte. Doch auch biologisch hat der Wald eine wichtiger Aufgabe, denn er stellt den einzig verbliebenen Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen dar. Zudem wandeln die vielen Pflanzen das durch Lebewesen in großen Mengen produzierten Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um, das für uns Menschen überlebensnotwendig ist. Der Wald erfüllt aber auch noch einige andere Funktionen. So zum Beispiel Schutz vor Lärm, Erholung (Fahrradwege), Holzwirtschaft und das Speichern von großen Mengen an CO2 in den Bäumen.

Desweiteren sind Grünflächen und Wälder von großer Wichtigkeit für das Stadtklima, denn sie kühlen die warme Stadtluft ab und sorgen so, vor allem im Sommer, für angenehmer Temperaturen und verbessern zusätzlich die Luftqualität.
Das Verschwinden der Wälder hätte also erhebliche negative Folgen für Klima und Artenvielfalt.

Wälder stellen zudem einen Teil des kulturellen Erbes dar. Sie sind in ihrer heutigen Form ein Element unserer Landschaft, welche nach allgemeinem Verständnis und auch juristisch betrachtet ein schützenswertes Gut ist.

Den “Internationalen Jahr der Wälder 2011″ in Deutschland sollte sich die GJ Mainz zum Anlass nehmen um den obenstehenden Antrag zu beschließen und sich somit klar für den Erhalt des Waldes einzusetzen.

“Es ist wunderbar: wie ich hierherkam und vom Hügel in das schöne Tal schaute, wie es mich rings umher anzog. – Dort das Wäldchen! Ach könntest du dich in seine Schatten mischen!”

“Wenn ich jene Berge am Fuße bis auf zum Gipfel, mit hohen dichten Bäumen bekleidet, jene Täler in ihren mannigfaltigen Krümmungen von den lieblichen Wäldern beschattet sah, und der sanfte Fluss  zwischen lispelnden Rohren dahingleitete und die lieben Wolken abspiegelte […] wenn ich dann die Vögel um mich den Wald beleben hörte, und die Millionen Mückenschwärme im letzten roten Strahle der Sonne mutig tanzten […] und das Schwirren und Weben um mich her auf den Boden aufmerksam machte und das Moos […}und das Geniste, das den dürren Sandhügel hinunterwächst, mir das innere, glühende, heilige Leben der Natur eröffnete: wie fasste ich das alles in mein warmes Herz, fühlte mich in der überfließenden Fülle wie vergöttert”
(aus J.W. Goethes “Die Leiden des jungen Werther”)

BürgerInneninitiative gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens

Die GRÜNE JUGEND Mainz unterstützt BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Rheinland-Pfalz, Mainz und MdB Tabea Rößner bei einer Kampagne, mit der wir auf die Belastungen aufmerksam machen wollen, die auf die Menschen in Mainz und Rheinhessen durch den Ausbau des Frankfurter Flughafens zukommen.

Der politische Druck ist derzeit zu gering, um einen Paradigmenwechsel in den Entscheidungen herbei zu führen. Statt den berechtigten Interessen der AnwohnerInnen steht derzeit die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Wir wollen das ändern, in dem wir den AnwohnerInnen helfen, Ihre Sicht der Dinge dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung zu schildern und somit den Druck zu erhöhen. Ein weiterer Schritt wird die Demonstration am Samstag sein, die wir natürlich unterstützen.

Für viele Betroffene wäre die Hemmschwelle zu hoch, die Zusammenhänge selbst formulieren zu müssen. Stattdessen haben wir ein Muster entwickelt, das die Betroffenen als Grundlage nehmen können, um Ihre Ängste und Bedenken zu artikulieren. Wir werden diesen BürgerInnenbrief auf unseren Internetseiten als Download zur Verfügung stellen. Die BürgerInnen müssen den Brief nur ausdrucken, Namen und Wohnort einfügen und abschicken.

PM 1/2011 – Autofrei glücklich

GRÜNE JUGEND Mainz fordert Reduzierung des
Autoverkehrs in Mainz

Das Mainzer Umweldezernat hat in der vergangenen Woche die Einrichtung
einer Umweltzone in Mainz abgelehnt. Die GRÜNE JUGEND sieht jedoch die
derzeitige Entwicklung der Abgasbelastung für Mensch, Klima und Umwelt
kritisch und fordert eine schnelle und deutliche Reduzierung des
Gesamtverkehrsaufkommens in der Innenstadt.

„Wir wollen langfristig ein Mainz, in dem keine Autos mehr unsere Luft
verschmutzen“, fordert Lina Brüssel, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND. „Eine
autofreie Innenstadt würde Mainz zu einer deutlich lebenswerteren Stadt
machen. Wir wissen, dass dies für viele utopisch klingen mag, aber ein
Umbau unserers Verkehrssystems auf nahezu 100% Fuß- Rad- und
öffentlichen Nahverkehr“ würde nicht nur die Feinstaubbelastung
deutlicher reduzieren, als es eine Umweltzone je schaffen könnte,
sondern auch dem Klimaschutz enorm dienen.“

„Auf dem Weg dorthin müssen sowohl kostenintensive Maßnahmen, wie der
Ausbau des Nahverkehrsnetzes, als auch Einnahmenbringendes, wie eine
City-Maut diskutiert werden“, ergänzt Klara Spretke, ebenfalls
Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Mainz.

Als Ergänzung sieht die GRÜNE JUGEND nach wie vor die Möglichkeit einer
Umweltzone, die besonders schadstoffintensive Kraftfahrzeuge aus dem
Verkehr verbannt.

Vortrag: Alltagsrassismus

Am Mittwoch, den 2.02 referierte der Sozialarbeiter Reiner über das Thema „Alltagsrassismus“. Er erzählte uns von seinen Erfahrungen mit Jugendlichen, stellte uns versteckte rechte Inhalte in populärer Musik vor und berichtete von Aussteigerprogrammen. Daneben versuchte er uns nahezubringen, wie Menschen in die rechte Szene abrutschen können und welche Faktoren dies begünstigen. Rainer ist neben seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter Redakteur der Internetplattform Komplex . Er zeigte uns die Möglichkeiten, die Jugendlichen, Eltern und pädagogischen Fachkräften durch diese Community eröffnet werden. Zum Ende des Vortrags gab es noch eine kleine Fragerunde.

Bericht: Drogenveranstaltung

Jede Woche sterben etwa 300 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg, die Taliban streichen gewaltige Gewinne mit dem Anbau von Opium ein und kriminelle Kartelle in ganz Europa finanzieren ihre Machenschaften mit dem Schmuggel von Rauschgiften. Das konsequente Verbot aller Drogen außer Alkohol, Tabak und Nikotin bedeutet gigantische Gewinne für Kriminelle Weltweit. Gleichzeitig steigt der prozentuale Anteil von Marihuana-KonsumentInnen in Westeuropa jedes Jahr und die Straßenpreise fallen permanent. Das heißt, die aktuelle Drogenpolitik Rheinland Pfalz, Deutschlands, Europas, ja der ganzen Welt ist nicht nur Gefährlich, sondern auch extrem uneffektiv.
>>> Die Grüne Jugend setzt sich seit vielen Jahren für eine Legalisierung aller Drogen, bei gleichzeitiger kontrollierter Abgabe in Drogenfachgeschäften ein. Am vergangenen Montag hatten wir die Ehre Maximilian Plenert, der die Drogenpolitik der Grünen Jugend entscheidend mitgestaltet hat und heute für den Deutschen Hanf Verband arbeitet, als Gast in Mainz begrüßen zu dürfen. Gemeinsam sprachen wir über die Probleme, die die aktuelle Drogenpolitik in Mainz und in der Welt verursacht. Rheinland-Pfalz ist bei der Verfolgung von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Bezug auf Drogen wie Cannabis eines der restriktivsten Länder. So hat Rheinland-Pfalz 2007 die Obergrenze für Haschisch oder Marihuana zum Eigenverbrauch gesenkt.
Max wies uns auch auf einen Aufruf von Fernando Henrique Cardoso, César Gaviria und Ernesto Zedillo, den ehemalige Präsidenten von Brasilien, Kolumbien und Mexiko hin. Bereits im Jahre 2009 haben diese Politiker gemeinsam erklärt, der Drogenkrieg sei gescheitert und forderten zumindest eine Legalisierung von Marihuana und Hasch.
Ähnlich sieht das auch der ehemalige Sonderbeauftragte der UN für Afghanistan, Tom Koenigs der 2010 in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau ein radikales Umdenken in der Drogenpolitik forderte. Seiner Meinung nach sei eine radikal andere Drogenpolitik keine Gefahr für Deutschland. Eine Entkriminalisierung von Drogen würde nicht zu mehr, sondern zu weniger Drogentoten führen. Das betonte auch Max Plenert am Dienstag und verwies auf die kontrollierte Heroinabgabe in Frankfurt am Main. Dadurch sei es der Stadt gelungen, die Anzahl der Todesopfer des Drogenkonsums massiv zu senken.
Darüber, wie ein kontrollierter Drogenverkauf bei geschulten FachhändlerInnen am Ende aussehen könne und wie weit das „Recht auf Rausch“ gehen darf, gab es eine rege Diskussion. Mögliche Vorbilder könnten die speziellen Alkoholgeschäfte sein, die in vielen skandinavischen Ländern üblich sind. „Das würde dann natürlich auch bedeuten, dass es nachts an der Tanke eben keinen Wodka mehr gebe“, betonte Plenert, der einen verantwortungsbewussteren Konsum fordert. Auch ein umfassendes Werbeverbot für Rauschmittel sei ihm dabei wichtig.
Besondere Sorgen bereitete ihm die zunehmende Verbreitung gefährlicher Streckmittel, mit denen gewissenlose Dealer versuchen, ihre Gewinnspanne zu erhöhen. Er erinnerte an die über 130 Bleivergiftungen, die sich MarihuanakonsumentInnen im Großraum Leipzig 2009 zugezogen haben. „Nur eine staatliche Kontrolle“, erklärte er, „könnte solchen PanscherInnen das Handwerk legen.“
Paul Hofmann, Beisitzer bei der GJ Mainz sagt: Völlig absurd, dass der Staat lieber 1,5 Mrd. für willkürliche Drogenrepression ausgibt und damit KonsumentInnen ins soziale Abseits der Illegalität drängt, obwohl er diese mit den Steuereinnahmen durch
eine Legalisierung zu kritischer Drogenmündigkeit erziehen könnte.
Deutschland finanziert so mit einem Haufen Geld Kriminalität und
Drogenmissbrauch zugleich!“
Besonderen Handlungsbedarf sieht Plenert vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, dort werde Drogenpolitik nach wie vor mit wenig Sachverstand und viel Ideologie geleistet. Anlass zur Hoffnung geben hier die Wahlprogramme von Bündnis90/die Grünen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, die sich für ein grundlegendes Umdenken in der Drogenpolitik einsetzen. Generell zeigte Plenert sich schockiert darüber, wie wenig Fachwissen nötig sei um Drogenpolitik bei SPD oder CDU zu machen. Da bestehe noch viel Nachholbedarf.

Veranstaltung zu Alltagsrassismus

Mittwoch, 2. Februar, 18:30 Uhr
Landesgeschäftsstelle der GRÜNEN JUGEND RLP

Rassismus? Das ist doch Schnee von Gestern! Deutschland hat seine Vergangenheit schließlich vielfach aufgearbeitet; wo soll denn da noch Raum für RassistInnen geblieben sein? Vielmehr schwenken „WIR“ supertoleranten Deutschen unsere Flaggen bei Weltmeisterschaften, ja gemeinsam mit Menschen unterschiedlichster Herkunft ohne irgendwen auszuschließen oder zu diskriminieren, oder? Der Rassismus von heute ist selten so offensichtli…ch und direkt wie zu Zeiten des Dritten Reiches. Er tarnt sich, macht einen auf ganz normal. Und schleicht sich als „Alltagsrassismus“ mitten unter uns. Reiner von der online Redaktion Komplex RLP wird mit uns die aktuelle Jugend- Musik- und Internetszene unter die Lupe nehmen und Handlungsmöglichkeiten zur Intervention und Prävention aufzeigen. Wir wollen aber auch von deinen Erfahrungen hören, um uns gegenseitig auszutauschen. Denn wenn wir dieses Thema nicht stigmatisieren und uns gemeinsam stark dagegen machen, wird auch der Alltagsrassismus vielleicht einmal wirklich Schnee von gestern sein.



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